Forderung/Forderungen

Die Bezeichnung der Forderungen oder Forderung steht im Rechnungswesen recht simpel für Rechnungen. Ein Unternehmen berechnet seine Waren oder Dienstleistungen und da der Kunde um das Bezahlen nicht drum herum kommt, «fordert» das Unternehmen die Summe ein. Im Bereich des Factorings sind die offenen Forderungen (noch nicht bezahlte Rechnungen) eines Unternehmens stets die Basis des kompletten Prozesses. Deshalb spricht man dort auch von einer «Forderungsfinanzierung» oder von einem «Forderungsverkauf» an einen Factor, der dafür eine prozentuale Gebühr berechnet.

Wie sind Forderungen im Rechnungswesen einzuordnen?

Laut Definition handelt es sich bei einer Forderung um «einen Zahlungs- oder Leistungsanspruch gegen einen Forderungsschuldner». Damit ist die Forderung im wirtschaftlichen Sinne überaus bedeutsam. Selbst in der Bilanz eines Unternehmens tauchen Forderungen auf, sofern diese zum Jahresende noch offen sind. Der entsprechende Punkt nennt sich «Forderungen aus Lieferungen und Leistungen». Andersherum spricht man von «Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen», wenn das Unternehmen die Forderungen selbst von anderen Unternehmen erhält.

Beispiel: Sie betreiben einen Onlineshop und verkaufen eine Ware für CHF 1‘200. Diese Summe verrechnen Sie Ihrem Kunden mit einer ausreichenden Zahlungsfrist, während er die Ware aber schon erhält. Ab dem Moment des Warenerhalts ist von einer offenen Forderung zu sprechen, und zwar, bis der Kunde die Summe bezahlt. Für den forderungsbestehenden Zeitraum ist der Kunde ein Schuldner und Sie sind der Gläubiger.

Sofern der Schuldner einer Forderung nicht nachkommt, hat das Unternehmen ein Anrecht darauf, die Summe mit rechtlichen Schritten einzufordern. Kann oder möchte der Schuldner, beispielsweise durch eine Insolvenz oder eine schlechte Liquidität, einer Forderung nicht nachkommen, ist sie zum Jahresende steuerlich abschreibbar. In diesem Zusammenhang spricht man auch von «zweifelhaften Forderungen» oder «uneinbringlichen Forderungen». Forderungen, denen ein Kunde normal nachkommt beziehungsweise nachkommen wird, nennen sich wiederum «einwandfreie Forderungen».

Ab wann dürfen Forderungen gemahnt werden?

Eine Mahnung von Forderungen ist in zwei Fällen denkbar.

  1. Der Schuldner hat die von Ihnen definierte Zahlungsfrist überschritten.
  2. Es handelt sich um ein Zug-um-Zug-Geschäft und die Ware wurde dem Kunden ohne Festlegung einer Zahlungsfrist übergeben.

Was haben Forderungen mit dem Factoring zu tun?

Beim Factoring verkauft ein Unternehmen seine offenen Forderungen an einen Factor, der die entsprechenden Geldsummen für eine prozentuale Gebühr vorleistet. So sichert sich das Unternehmen eine bessere Liquidität. Ferner übernimmt der Factor in den meisten Fällen das Ausfallrisiko sowie das Forderungsmanagement inklusive Mahnwesen und Inkasso, sofern erforderlich. Hierdurch ist das Unternehmen bis auf ein paar Ausnahmen auf der sicheren Seite und kann das Kapital reinvestieren beziehungsweise sich auf andere Sachen konzentrieren.

Die Funktionsweise wird in erster Linie durch die Form des Factorings bestimmt. Die relevantesten Formen sind der offene und der verdeckte Forderungsverkauf. In beiden Fällen geben Sie Ihre Forderung dem Factor weiter und dieser zahlt Ihnen die entsprechende Geldsumme minus Gebühr innerhalb von kurzer Zeit aus. Im Rahmen des offenen Forderungsverkaufs erhält der Kunde ein neues Rechnungsdokument und muss den geschuldeten Betrag nunmehr an den Factor bezahlen.Beim verdeckten Prozess wird der Kunde über das Factoring nicht informiert. Er zahlt somit weiterhin an Sie und Sie leiten die entsprechende Summe an den Factor weiter.