Factoring-Gebühr

Als Factoring-Gebühr bezeichnet man die prozentual anfallende Gebühr, wenn Sie offene Forderungen an einen Factor (Abnehmer) verkaufen, um die Forderungssumme vorzufinanzieren und die Liquidität zu verbessern. Sie umfasst normalerweise zwischen einem und drei Prozent der Forderungssumme, abhängend von verschiedenen individuellen Einflussfaktoren sowie entsprechenden Vereinbarungen mit dem Factor.

Woran orientiert sich die Factoring-Gebühr?

Die konkrete Höhe der Factoring-Gebühr für ein Unternehmen lässt sich erst bestimmen, wenn mehrere Parameter zu dem Unternehmen bekannt sind. Zu den Parametern zählen insbesondere Daten darüber, …

  • wie hoch die zu fakturierenden Umsätze pro Jahr ausfallen,
  • wie viele Forderungen pro Jahr zu fakturieren sind,
  • wie die Bonität des Unternehmens sowie dessen Kunden aussieht und
  • für welche Form des Factorings sich das Unternehmen entscheidet.

In vielen Fällen erhält ein Unternehmen eine konkrete Gebühr, die für alle eingereichten Forderungen zutrifft. Daneben existieren aber auch Modelle, bei denen nur ein Gebührenrahmen vereinbart wird. In diesen Fällen orientiert sich die Gebühr immer wieder neu an den Umsätzen oder den Bonitäten der Kunden. Zudem können weitere Kostenstellen wie beispielsweise Zinsen dazukommen.

Beispiele:

In beiden Beispielen entscheiden Sie sich für das standardisierte, offene Factoring inklusive der Übernahme des Ausfallrisikos sowie des Forderungsmanagements.

Vereinheitlichte Gebühr: Sie haben mit Ihrem Unternehmen eine einheitliche Gebühr für sämtliche Kunden erhalten und bezahlen für alle fakturierten Rechnungen 2.6 Prozent der entsprechenden Forderungssumme. Wenn Sie einem Kunden also CHF 2'000 berechnen, dann bezahlen Sie CHF 52.00 dafür, dass Sie das Geld vorfinanzieren dürfen. Wenn Sie CHF 10'000 berechnen, dann sind es CHF 260.00. Bei einem Jahresumsatz von CHF 160'000 und komplett fakturierten Forderungen sprechen wir demnach von Kosten über CHF 4'160 dafür, dass Sie liquide sind und Ihnen das Ausfallrisiko abgenommen wird.

Unterschiedliche Gebühren: In diesem Fall betreiben Sie einen Onlineshop und Ihre Kunden werden in drei verschiedene Gruppen mit individuellen Gebühren je nach Bonität verteilt. Für den Shop sei ein Jahresumsatz von CHF 400‘000 einberechnet. Daraus ergeben sich die in der Tabelle berechneten Gebühren.

Beispielrechnung:

Jahresumsatz in CHF Gebühren in Prozent Gebühren in CHF
Gruppe 1 55'000 1.8 990.00
Gruppe 2 110'000 2.6 2'860.00
Gruppe 3 235'000 2.9 6'815.00
Gesamt 400'000 10'665.00

Bitte beachten Sie bei den Beispielen, dass sich die angegebenen Gebühren und Kosten zwar im durchschnittlichen Rahmen befinden, aber kein konkretes und verbindliches Angebot darstellen.

Wofür zahlen Sie die Factoring-Gebühr?

Beim Factoring profitieren Sie von mehreren Vorteilen. Einerseits erhalten Sie das Geld aus offenen Forderungen deutlich schneller, andererseits werden Sie prozessual entlastet. Denn neben dem Auszahlen des Geldes übernimmt der Factor meistens auch das Ausfallrisiko sowie das Forderungsmanagement inklusive Mahnwesen und Inkasso, sofern erforderlich.

Das bedeutet einerseits, dass Sie sich auf andere Sachen konzentrieren können, als bei nicht-zahlenden Kunden nachzuhaken und immer einen Blick auf die momentan offenen Forderungen zu haben. Andererseits können Sie ausgezahlte Summen direkt wieder einsetzen, ohne Bedenken haben zu müssen, dass der Factor diese von Ihnen zurückfordert. Ausnahmen hiervon bestehen nur dann, wenn Sie sich für ein «unechtes» Factoring entscheiden, bei dem sich der Factor das Recht hierzu einräumt.

Wie zahlen Sie die Factoring-Gebühr?

In den meisten Fällen zieht der Factor die Gebühr sofort ab, wenn er die entsprechende Geldsumme auszahlt. Nehmen wir an, dass Sie mit dem Factor eine Gebühr von 2.4 Prozent vereinbart haben. Wenn Sie nun eine Forderung über CHF 4'500 einreichen, dann zahlt der Factor Ihnen CHF 4'392 davon aus. Den Rest behält der Factor ein, während Ihr Kunde die vollen CHF 4'500 an ihn bezahlt. So sieht der Ablauf bei einem offenen Factoring aus.

Findet der Prozess verdeckt statt, dann erhält der Kunde keine Kenntnis davon, dass Sie die Forderungen verkaufen. Der Factor zahlt Ihnen dann ebenfalls CHF 4'392 vorab aus und Sie müssen die CHF 4'500 des Kunden innerhalb einer vereinbarten Frist weiterleiten.

Ab wann lohnt sich ein Factoring?

Für alle Schweizer Unternehmen, die Waren und Dienstleistungen via Rechnung abwickeln, ist es lohnend, über ein Factoring sowie die damit verbundenen Gebühren nachzudenken. Die Vorteile des Factorings mit der schnellen Liquidität und den verschiedenen Risiko- sowie Serviceübernahmen sprechen für sich.

Haben Sie Interesse daran, Forderungen zu fakturieren?

Wenden Sie sich an unsere Experten und lassen Sie sich auf Basis Ihrer individuellen Parameter eine Offerte erstellen, die auch die für Sie zutreffenden Gebühren enthält.

swissbilling ist der führende Schweizer Anbieter für das Abwickeln von Rechnungskäufen und Fakturieren von Forderungen.

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