Factoring

Von einem Factoring spricht man, wenn Unternehmen offene Forderungen an ein finanzierendes Partnerunternehmen verkaufen, welches für die Forderungen aufkommt, ehe deren Kunden ihnen selbst nachkommen. Das entsprechende Unternehmen nennt sich Factor. Das bedeutet, dass Sie Rechnungen beim Partnerunternehmen einreichen können und die entsprechenden Rechnungssummen schon nach kurzer Zeit erhalten, ohne dass Ihre Kunden diese tatsächlich bezahlt haben müssen. Dafür zahlen Sie eine prozentuale Factoring-Gebühr, die sich nach der Summe der eingereichten Forderungen richtet. Verwandte Bezeichnungen für das Factoring sind «Forderungsfinanzierung», «Vorfinanzierung von Forderungen» sowie «Forderungsverkauf»

Welche Factoring-Arten gibt es?

Neben dem normalen, «offenen» Factoring existieren noch weitere Arten, die sich durch eine veränderte Funktionsweise oder veränderte Rahmenbedingungen mit dem Factor auszeichnen. Wie insbesondere das offene und das verdeckte Factoring funktionieren, lesen Sie unterhalb.

Die vier wesentlichen Factoring-Arten sind das…

  • offene «echte» Factoring
    (Kunden werden in den Prozess eingebunden und bekommen mit, dass Sie die Forderung an ein Drittunternehmen verkauft haben),
  • verdeckte «echte» Factoring
    (Alternative zum offenen Factoring, wo die Kunden nicht über das Factoring informiert werden) sowie das
  • «unechte» Factoring
    (Factoring mit limitierter Risikoübernahme, sodass Sie unter Umständen haften müssen, wenn Ihre Kunden nicht bezahlen) und das
  • Reverse-Factoring-Verfahren
    (Sonderform des Factorings im Bereich der Einkaufsfinanzierung).

Wie funktioniert das Factoring?

Die Funktionsweise des offenen (und somit normalen) Factorings lässt sich in drei Schritten zusammenfassen.

  1. Sie verhandeln mit einem Factor und reichen offene Forderungen ein.
  2. Der Factor zahlt die entsprechende Geldsumme aus und zieht dabei eine prozentuale Gebühr von dieser Summe ab.
  3. Für Sie ist der Fall damit beendet und der Factor übernimmt in Sachen Forderungsmanagement alles weitere, meist auch das Ausfallrisiko, Mahnwesen sowie Inkasso für den Fall, dass Ihre Kunden nicht zahlen.

Aus der Sicht Ihrer Kunden verläuft der Prozess so, dass sie entweder mit Ihrem Rechnungsdokument zusammen oder etwas zeitversetzt eine zweite Rechnung erhalten. Darauf steht dieselbe Summe wie vorher, aber diesmal mit den Bankdaten des Factors und eventuell einer neuen Frist. Der Factor bezahlt Ihre Rechnungen also (unter Abzug der Factoring-Gebühr), bevor Ihre Kunden den Rechnungsbetrag an den Factor bezahlen. So sprechen wir von einer Dreierkonstellation, in der Sie, Ihre Kunden und der Factor eingebunden sind.

Beim verdeckten Factoring werden Ihre Kunden aus der Konstellation entfernt. So findet der Prozess nur zwischen Ihnen und dem Factor statt. Das hat den Vorteil, dass Ihre Kunden wie gewohnt das Geld an Sie überweisen können. Der Factor erhält das vorfinanzierte Geld dann von Ihnen statt von Ihren Kunden zurück.

Näheres dazu, wie die anderen und wesentlich spezielleren Factoring-Arten funktionieren, entnehmen Sie den oberhalb verlinkten Artikeln.

Beispiel für die Funktionsweise

Ihr Unternehmen verkauft online massgeschneiderte Möbelprodukte. Und da Ihre Kunden – wie die meisten Schweizer – am liebsten die Option des Rechnungskaufs nutzen, müssen Sie immerzu darauf warten, dass jene bezahlen. Deshalb wenden Sie sich an einen Factor und reichen die momentan offenen Forderungen ein. Der Factor zahlt die entsprechenden Beträge aus und zieht eine Gebühr davon ab. Ist das Geld einmal auf Ihrem Konto, können Sie sich zurücklehnen und das Geld direkt an anderer Stelle wieder investieren. Zu Rückforderungen seitens des Factors kommt es nur in seltenen Fällen, wenn dieser sich dieses Recht vertraglich vorbehält.

Welche Vorteile verspricht das Factoring?

Der Hauptvorteil des Factorings findet sich darin, dass Sie als Unternehmen nicht mehr darauf warten müssen, dass Ihre Kunden bezahlen. Stattdessen erhalten Sie das Geld bereits nach kurzer Zeit von einem Factor, der sich das Geld dann selbst von Ihrem Kunden zurückholt. Da der Factor hierüber hinaus meist auch das Ausfallrisiko und Mahnwesenübernimmt, ist der Prozess für Sie praktisch risikofrei. Wie viel Risiko Sie haben, bestimmen die individuellen Vereinbarungen mit dem Factor.

Ist das Factoring – so wie bei swissbilling – konkret mit dem Rechnungskauf verbunden, dann ist das Risiko nochmals limitiert. Denn durch eine Bonitätsprüfung können ihn nur Kunden in Anspruch nehmen, die eine ausreichende Bonität besitzen.

Für eine prozentuale Gebühr sichern Sie sich also eine schnelle sowie sehr sichere Liquidität und können sich zudem auf andere Sachen konzentrieren, als bei nicht-zahlenden Kunden nachhaken zu müssen.

Ab wann lohnt es sich, Forderungen zu fakturieren?

Das Factoring kann für jedes Schweizer Unternehmen relevant werden, welches Waren und Dienstleistungen auf Rechnung verkauft und deshalb immerzu auf Zahlungseingänge warten muss. Durch das Factoring binden Sie sich nicht mehr daran, was Ihre Kunden tun und wann sie es tun. Sie schaffen sich selbst eine neue Kalkulationsbasis und müssen in den allermeisten Fällen keine Bedenken haben, dass der Factor als Abnehmer Ihrer Forderung das Geld an anderer Stelle zurückfordert. Ferner sparen Sie Zeit, indem der Factor das Forderungsmanagement übernimmt und Sie neben der schnellen Liquidität prozessual entlastet.

Sie möchten Ihre Forderungen auch fakturieren?

swissbilling ist als Schweizer Unternehmen Ihr Ansprechpartner Nummer eins in allen Fragen rund um den Rechnungskauf und das Fakturieren der Forderungen. Sowohl online als auch stationär.

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